Der Anabolika und Steroid Info und News Blog

Juli 24, 2008

Die Hexenjagd der Dopingfander wird immer lächerlicher

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Am 23. Juli 08 war der Aufschrei laut, als John Fahey, Präsident der WADA (World Anti Doping Agency), bekannt gab, dass die von ihm repräsentierte Organisation mit einer der größten Pharmafirmen in enger Kooperation stand. Nichts neues für viele. Ein absolutes Novum war allerdings seine Verlautbarung, dass Roche als erstes Unternehmen weltweit ihrem Präparat Mircera (das von Radrennfahrer gerne zum Doping benutzt wird, da es als EPO der dritten Generation gilt und bis vor Kurzem mit keinem Dopingtest nachgewiesen werden konnte) ein spezielles Molekül beigemischt haben soll, was es ermöglicht, Mircera dennoch bei Dopingtests erkenntlich zu machen.

Warum die WADA sich keine Probe von Mircera geben lässt, um einen geeigneten Test hierfür zu entwickeln, fragten sich viele Fachleute. Dass das Statement des WADA Präsidenten nur heiße Luft und pure Panikmache war, erklärte Roche dann direkt einige Stunden später. Martina Rupp, die Roche Pressefrau, hierzu in einer Email: „Die seitens der WADA gegebene Information, dass Roche dem Präparate Mircera ein geheimes Molekül beifügt, um Mircera für Dopingtests erkennbar zu machen, ist falsch!“

Martine Rupp weiter: „Roche hat der WADA Proben von Mircera zukommen lassen, damit diese hierdurch einen funktionierenden Dopingtest herstellen können.“

Ein Komplott der WADA und Roche, um dopende Athleten in Sicherheit zu wiegen und sie dann eiskalt zu erwischen? Wohl kaum! Ein missglückter Versuch, Athleten einzuschüchtern, um die Anzahl der Dopingfälle zu senken und die WADA dadurch in einem guten Licht da stehen zu lassen? Wohl eher 🙂

Doping kann im Spitzensport nicht verhindert werden. Ganz im Gegenteil: Durch Dopingtests sind Athleten oftmals darauf angewiesen, noch gefährlichere Medikamente einzunehmen und Methoden anzuwenden, um die Dopingtests zu unterwandern. Siehe z.B. die weltweit größte Wrestling Promotion WWE (World Wrestling Entertainment): früher nahmen alle Testosteron und Deca, in Ausnahmefällen auch Oxymetholon oder Methandienon. Seitdem die WWE Dopingkontrollen durchzieht, fällt auf, dass der Großteil der Anwender auf kurzwirksame Substanzen in Tablettenform umgestiegen ist, beispielsweise Stanozolol. Mehr muss zu diesem Thema nicht geschrieben werden…

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Mai 17, 2008

Das BALCO Doping für Sprinter

Filed under: Anabolika — Schlagwörter: , , , , , , , , , — steroidinformation @ 7:27 pm

In einem Brief an den britischen Sprinter Dwain Chambers offenbart der ehemalige Kopf von BALCO, Victor Conte, das typische Doping-Programm für Sprinter. Benutzt werden vorrangig sieben unterschiedliche Substanzen und dies speziell in der Off Season, wenn das schwerste Training ansteht.

1. THG (Tetrahydrogestrinon)
Das ehemals nicht nachweisbare Designersteroid THG, welches speziell von BALCO zum nicht nachweisbaren Doping entwickelt worden ist, wird nur zweimal wöchentlich verwendet und zwar an den beiden schwersten Krafttrainingstagen, um die Regeneration und Heilung zu beschleunigen. Jeweils 30 IU wurden dabei morgens unter die Zunge geträufelt. Nach drei Wochen der Anwendung folgte eine Woche Pause.

2. Wachstumshormon (STH / Somatropin)
Jeweils 4,5 IU dreimal wöchentlich vor dem Schlafengehen verabreicht, sollten die Erholung fördern.

3. Testosteron-/Epitestosteron-Creme
Eine spezielle Creme mit den Inhaltsstoffen Testosteron und Epitestosteron wurde zweimal wöchentlich in einer Dosierung von jeweils 50mg Testosteron und 2,5mg Epitestosteron (20:1 Verhältnis) in die Unterarme einmassiert. Hierdurch sollte zum einen die durch die THG Gabe verursachte Unterdrückung der körpereigenen Testosteronproduktion ausgeglichen und zum anderen die Erholung beschleunigt werden. 3 Wochen on, 1 Woche off.

4. EPO (Erytropoietin)
EPO wurde dreimal pro Woche in den ersten beiden Wochen eines Cycles benutzt. Jeweils 4000 IU sollten die Sauerstoffversorgung des Bluts und damit die Ausdauerleistung verbessern.

5. Insulin
Jeweils 3 IU Insulin wurden nach dem Training zusammen mit 30g Dextrose, 30g Whey-Protein und 3g Creatin verabreicht. Sinn und Zweck ist hier primär die schnellere Regeneration nach dem Training.

6. Modafinil
Modafinil erhöht die Aufmerksamkeit und die Wachheit und wurde speziell vor einem Wettkampf in einer Dosierung von 200mg eingenommen.

7. T3 (Liothyronin)
Das synthetische Schilddrüsenhormon sollte in einer Dosierung von 50mcg eine Stunde vor einem Wettkampf eingenommen den Stoffwechsel und die Schnelligkeit erhöhen.

Auffallend an diesem Dopingplan sind die doch recht geringen Dosierungen, die verwendet wurden. Das lässt gängige Internetforen-User, die sich wöchentlich 1g Testo schießen und 50mg Dianabol am Tag schlucken, ziemlich dumm aussehen.

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