Dass der Kauf von Anabolika längst kein Kavaliersdelikt mehr ist, möchten uns die Institutionen weiß machen, die am meisten darunter leiden – nämlich alle, die nicht daran mitverdienen
Die Strafverfolgungsbehörden verfolgen immer mehr Anabolika-Delikte, trotz der Tatsache, dass draußen ECHTE Verbrecher herumlaufen.
Bodybuilder, die im Internet Anabolika kaufen möchten, wissen heutzutage gar nicht mehr, wie sie das am besten anstellen sollen. Immer mehr Homebrewer fliegen auf, an Originale ist nur noch schwierig ranzukommen und ehemals „sichere“ Anbieter überreichen auf Anraten ihrer Anwälte der Staatsmacht ganze Kundenlisten.
Eine kleine Dokumentation darüber, wie der derzeitige Stand ist, wurde auf Anabolika-kaufen.com verfasst. Wir haben sie bereits gelesen und für gut befunden.
Wenn Sportler des Dopings überführt werden, sind ja zumeist die kuriosesten Ausreden an der Tagesordnung. Man habe die Zahnpasta des Überführten mit Anabolika verseucht, ein natürliches Supplement wäre mit Anabolika konterminiert gewesen oder Aliens haben die Dopingsubstanz nachts im Schlaf injiziert. Ist ja alles nicht so wild. Was aber mehr als ärgerlich ist, sind des Dopings überführte Athleten, die sich dann aus der Affaire ziehen wollen, in dem sie die Intelligenz der Überführer beleidigen.
Jüngstes Beispiel: der Hürdenläufer Simon Vroemen, der des Dopings mit dem Anabolikum Methandienon (Dianabol) überführt wurde. Herr Vroemen weiß natürlich nicht, wie das Methandienon in seinen Körper gekommen ist. Warum sollte er auch mit Methandienon dopen – Dianabol sei ja schließlich ein Anabolikum ausschließlich für Bodybuilder, das zur schnellen Zunahme von Muskelmasse und zu keiner nenneswerten Kraftsteigerung führen würde, was ihm als Hürdenläufer eventuell einen Vorteil verschaffen könnte. Und überhaupt, Methandienon sei 9 Monate nachweisbar und kein auf Doping getester Athlet würde sich einem solch hohen Risiko aussetzen.
Blöd nur, dass Methandienon doch zu erheblichen Kraftsteigerungen führt, man den Muskelzuwachs mit der Ernährung und dem Training steuern kann und die Metaboliten von Methandienon maximal 1 bis 2 Wochen und nicht 9 Monate nachweisbar sind. Dumm gelaufen für den Herrn Vroemen, der nun wohl doch noch auf die Geschichte mit den Aliens zurückgreifen muss
Mr. Olympia Jay Cutler spricht in einer herausgeschnittenen Szene des umstrittenen Dokumentarfilms „Bigger, Stronger, Faster“ über Anabolika. Fitnessmodel Christian Boeving, der selbiges tat, wurde dafür kurzerhand von seinem Sponsor MuscleTech gekündigt. Warum Jay Cutler, der ebenfalls einen Sponsorenvertrag bei MuscleTech hat, nicht selbiges passiert ist, ist spekulativ. Jay Cutler ist die Nummer 1 im Profi-Bodybuilding weltweit und kein Unternehmen der Welt würde es sich mit dem besten Pferd im Stall verscherzen, obwohl der MuscleTech-Sponsoren-Vertrag eindeutig regelt, dass die Athleten nicht über Steroide sprechen dürfen.
Jay Cutlers Kommentare in der herausgeschnittenen Szene:
„Jeder ist auf der Suche nach einem Vorsprung. Es sind Steroide im Sport gegenwärtig, im Bodybuilding wohl am sichtbarsten. Und das ist das Problem mit dem Sport und warum er von der Gesellschaft akzeptiert werden sollte. Man schaut sich einen Bodybuilder an und sagt `Oh, Steroide…` Aber sie wissen nicht, was alles in dem Sport mit ein fließt. Du tust einfach, was Du tun musst, um der Beste zu sein. Wenn Du das Betrug nennen möchtest, bitte. Ich habe diesen Vorsprung und das ist, warum ich der Beste bin!“
Ein offenes Dopinggeständnis vom amtierenden Mr. Olympia, ob das Onkel Joe gefallen wird und ob Jay sich damit eventuell seinen nächsten Mr. Olympia ruiniert hat? Spätestens im Herbst wissen wir mehr